Wie Text im Internet unsere Lesegewohnheit verändert

Lesegewohnheiten verändern sich mit dem Internet

Text im Internet wird anders gelesen als in Printmedien: sprunghafter, ungeduldiger, selektiver.  (Grafik: M. Schudel)

Ich lese ein Buch von vorne nach hinten. Sie sicher auch. Und in der Zeitung schaue ich mir zuerst den Sportteil an, danach die Hauptseite und den Auslandteil. Zum Schluss noch Lokales und Wirtschaft.  Teil für Teil – jeweils von vorne nach hinten. Ich nehme an, dass Sie einem ähnlichen Vorgehensmuster folgen, wenn Sie Gedrucktes lesen. Anders verhält man sich bei der Lektüre im Internet.

Lesen – sprunghaft, selektiv, ungeduldig

Wir lesen  einen Text im Internet sprunghafter, ungeduldiger, selektiver. Man könnte fast meinen, Hypertext fördere die Individualität in der Wissensaneignung. Hypertext – also Text im Internet – zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus und verändert unsere Lesegewohnheiten.

Die Grafik oben zeigt es: Wir lesen nicht mehr von A nach Z wie bei Prosatexten üblich, sondern wir lesen von B bis C, machen einen Sprung zu Z, wieder zurück zu A, schauen kurz etwas unter  R sowie S nach,  gehen nochmals zu Z und finden schliesslich zum Ausgangspunkt A zurück .

Das gesamte Internet ist eine Ansammlung von Textportionen, die durch Links miteinander verknüpft sind. Die Lesenden entscheiden selbst, welche Informationen konsumiert und welche weggelasen werden. Lesen im Internet ist individueller.

Für Texter, Online-Journalisten, PR-Leute und Content Marketer bedeutet das, diese veränderten Lesegewohnheiten zu berücksichtigen und die Inhalte entsprechend aufzubereiten.

Text – strukturiert, prägnant, relevant

Text im Internet muss…

• sich ausgeprägt nach den Zielgruppen orientieren, damit diese sofort die gewünschten Informationen herausfiltern können.
einfach, verständlich und aktiv formuliert sein und die nächsten Handlungsschritte offensichtlich machen.
relevant und dicht informieren, so dass ich wirklich die Antworten auf jene Fragen erhalte, die ich gestellt habe.
attraktiv ausgestaltet sein, denn man isst bekanntlich auch mit den Augen.
zu weiterführenden Informationen linken – für jene, die immer noch mehr wissen wollen.

Fazit: Auch im Internet gelten weiterhin Gross- und Kleinschreibung sowie Kommaregeln, aber Hypertexte sollen prägnant, gut gegliedert und kurz sein, den Gusto der Zielgruppe treffen sowie auf vertiefende Infos linken.

Prüfen Sie, ob Ihr Text gut geschrieben ist…

Toxic Clients: Wann ist es Zeit, eine Kundenbeziehung zu beenden?

Toxic Clients sind Kunden, von denen man sich besser vearbschiedet.

Kunden, die zwar fordern, umgehend bedient zu werden, einen aber warten lassen, Dein Expertenwissen in Frage stellen und schliesslich auch nicht zahlen wollen: Toxic Clients. (Foto: Markus Schudel)

 

Kennst Du diese Art von Kunden? Sie kommen auf Dich zu und möchten von Dir beraten werden, fragen Dich, weil Du seit Jahren in Deinem Fachgebiet tätig bist, Dir ein Expertenwissen angeeignet hast sowie zuverlässig und gut arbeitest. Diese Leute haben meistens den Anspruch, umgehend bedient und beraten zu werden, lassen Dich aber gerne warten, wenn Du Informationen oder Antworten von ihnen brauchst, oder sie ignorieren Deine Offerten, die Du massgeschneidert für sie erstellt hast. Sie hören nicht auf Deine Ratschläge oder wenden diese falsch an und reden ausserdem noch schlecht über Dich.  Sie brechen die Zusammenarbeit aus Launen heraus und ohne weitere Begründung einfach ab. Sie möchten dieses oder jenes von Dir, ändern dann kurz darauf ihre Meinung und wollen wieder etwas anderes. So quasi: „Ich bin der Kunde und daher König. Der Laufbursche hat’s zu erledigen, wie ich will.“ – Wenn es ans Zahlen geht, plustern sie sich auf wie ein Pfau: „Was, dafür soll ich noch bezahlen!?“ Despektierlich wird dann Dein Verhalten und Deine Geschäftspolitik in Frage gestellt. Meistens sind es Kunden, die eh nicht viel zu Deinem Umsatz beitragen – daher: Deine Interessen und Grenzen klar kommunizieren oder freundlich, aber bestimmt verabschieden. 

Was ist ein ungeniessbarer Kunde?

Der englische Begriff „toxic clients“ bringt es auf den Punkt: „giftige Kunden“, die einem schaden oder ihre Lebenszeit überschritten haben. Der „giftige Kunde“ hört sich auf Deutsch etwas holprig an. Der treffendere Begriff könnte daher lauten: Der ungeniessbare Kunde.

Ein ungeniessbarer Kunde…

  • benötigt überproportional viel Zeit, Beratung und Betreuung, während die Bezahlung dazu in keinem Verhältnis steht.
  • kommt mit dem Anspruch auf Dich zu, sofort und umfassend beraten zu werden, lässt einen aber warten, wenn man Informationen und Antworten von ihm benötigt.
  • ignoriert Ratschläge wider besseres Wissen und wider langjährige Erfahrung.
  • wendet Informationen und Unterlagen falsch an und sucht danach den Fehler bei Dir. Im schlimmsten Fall macht er Dich nach aussen hin noch dafür verantwortlich, so dass Du einen Imageschaden befürchten musst.
  • ist auf den Preis fixiert und honoriert nicht die Erfahrung und das Wissen, das mit Deiner Arbeit verbunden ist.
  • bezahlt die Rechnungen nicht oder zu spät und erst noch auf Mahnung.
  • trägt wenig zu Deinem Jahresumsatz und damit letztendlich zu Deinem Lebensunterhalt bei. Bei guten Kunden nimmt man auch deren Eigenheiten und Macken in Kauf – bis zu einem gewissen Grad.
  • hält sich nicht an Vereinbarungen und bricht Arbeiten  ohne ersichtlichen Grund sowie aus Launen heraus einfach ab, erwartet dann aber, dass Du darüber hinwegsiehst und wieder für ihn da bist, wenn er Dich braucht.
  • untergräbt Dein Vertrauen und Deinen Berufsethos mit despektierlichen Bemerkungen und Drohungen.

Lass Dich von solchen Kunden nicht „vergiften“, Dir die Zeit stehlen und Dich herunterziehen, sondern gib bestimmt und freundlich den Tarif durch. Wenn sich der Kunde weigert, Dich und Deine Grenzen zu respektieren oder Deine Arbeit zu honorieren, dann ist es Zeit, diese Beziehung definitiv zu beenden.

 

10 Gründe, warum Tagebuch-Schreiben bei der Arbeit hilft.

Das Bild zeigt ein Tagebuch.

Obwohl es etwas veraltet tönt, so ist ein von Hand geführtes Tagebuch auch im Geschäftsalltag aus verschiedenen Gründen sinnvoll. (Foto: M. Schudel)

Ich schreibe Tagebuch. Schon jahrelang. Nicht täglich, aber immer wieder und manchmal mit mehr oder weniger Enthusiasmus. Das finden Sie vielleicht seltsam, gar etwas esoterisch. Und Sie fragen sich, ob ein Beitrag übers Tagebuch-Schreiben in einen Marketingblog gehört? Ich finde ja, denn das Tagebuch ist ein ausgezeichnetes Werkzeug.  Das sind meine Gründe:

  1. Strukturiert das Denken: Häufig kommen mir Ideen und Gedanken in den Sinn, die Privates und Geschäftliches betreffen, die positiver und negativer Natur sind, die mehr oder weniger dringend erledigt werden müssen, weiter zurückliegen oder auf mich zukommen werden.  Meistens kommen mir diese Einfälle jedoch kreuz und quer. Wenn ich mir zehn Minuten Zeit nehme, diese Gedanken aufs Papier zu bringen, kann ich alle diese Inhalte besser strukturieren und mich ihnen später ausführlicher widmen.
  2. Psychohygiene: In meinen Gedanken findet nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen statt. Manchmal bin ich gestresst, komme mit einer Arbeit nicht voran, bin abgelenkt oder mit den Gedanken ganz woanders. Wenn ich diese Gedankenfetzen niederschreibe, beruhigt sich mein Geist und ich kann mich danach besser aufs Wesentliche konzentrieren.
  3. Neue Ideen: Nicht selten kommt es vor, dass mir beim Tagebuch-Schreiben plötzlich eine Idee kommt oder mir eine Gedankenkette zu einer neuen Sichtweise der aktuellen Situation verhilft. Das ist sehr motivierend und macht kreativer.
  4. Ganz persönlich: Im Tagebuch ist alles erlaubt: Fluchen, loben, zeichnen, zerreissen, philosophieren, zerschneiden, aufbauen, zerstören. Keiner wirds je erfahren, keiner solls je erfahren. Es ist ein höchst persönliches Mittel, um seinen Gefühlen und Gedanken freien Lauf zu lassen. Das macht Spass. Versuchen Sie es einmal!
  5. Ich muss nicht, ich darf, wenn ich will:  Auch wenn der Begriff „Tagebuch“ vermuten lässt, dass täglich Einträge vorgenommen werden, so stellen Sie bald einmal fest, dass man für diese Idee nicht immer gleich empfänglich ist. Es gibt Tage, an denen man mehr Zeit mit dem Tagebuch -Schreiben verbringt, an andern gar keine. Intensivere Schreibphasen werden von längeren Pausen abgelöst. Das ist gut so. Machen Sie keine Pflicht daraus. Sie dürfen schreiben, wann und wie oft Sie wollen.
  6. Perspektivenwechsel: Tagebuch-Schreiben ermöglicht Ihnen, verschiedene Positionen einzunehmen und Interessen gegeneinander abzuwägen. Ausserdem können Sie zu einem späteren Zeitpunkt nachsehen, welche Gedanken Sie entwickelt haben und beginnen nicht wieder von vorne.
  7. Rechtschreibefehler sind erlaubt: Hier brauchen Sie sich nicht um die Gross- und Kleinschreibung oder um Kommafehler zu kümmern. Ganz unbekümmert schreiben Sie darauf los. Niemand wird Sie je auf die grammatischen Ausrutscher im Tagebuch hinweisen – ausser Sie selber.
  8. Von Hand schreiben ist schön: Ich schreibe von Hand. Es tut richtig gut, nicht immer nur in die Tasten zu hauen, sondern von Hand etwas niederzuschreiben. Es beglückt irgendwie. Und überdies wird Ihre Schrift wieder schöner – insbesondere, wenn Sie mit einem besseren Füller der Marke Waterman oder Mont Blanc schreiben.
  9. Der Technik entfliehen: Während der Zeit, die Sie Ihrem Tagebuch widmen, starren Sie nicht in den Bildschirm oder schreiben nicht auf der Tastatur. Sie entfliehen der Technik für einen Moment: Nur Sie, das Tagebuch und der Füller. Der Rest ist Schreiben.
  10. Tagesablauf besser gestalten: Mit dieser Arbeitstechnik lernen Sie nicht nur, Ihre Gedanken besser zu strukturieren, sondern werden auch Ihren Tag besser einteilen und gewinnen Zeit. Machen Sie das Tagebuch-Schreiben zu einem festen Bestandteil Ihres Arbeitstages.

Testen Sie es. Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig. Viel Spass dabei.

 

„Was machen Sie den ganzen Tag, Herr Content Marketer?“

Onlinemarketing umfasst viele Aufgaben.

Wie die Räder, Riemen, Objekte und Klänge einer Tinguely-Maschine: Der Beruf des Onlinemarketers, Content Marketers oder Social Media-Marketers umfasst viele Aufgaben, die aufeinander abgestimmt werden müssen. (Foto: M. Schudel)

Kürzlich grinste mich eine ältere Nachbarin etwas schräg an, als ich mit meinem Smartphone vor der Türe stand und meine Social Media-Nachrichten abarbeitete.  Auf ihre Frage, was ich da eigentlich immer tue, sagte ich: „Ich arbeite.“ – Ich verstehe ihre Reaktion ja ein bisschen. Aber nur ein bisschen.

So vielseitig wie eine Tinguely-Maschine

Der Beruf des Onlinemarketers, des Content Marketers, des Social Media-Marketers oder welche Berufsbezeichnungen man dafür auch verwenden will, ist nicht klar definiert oder abgegrenzt, (noch) nicht allgemein anerkannt  und umfasst eine Vielzahl von Tätigkeiten. Ich habe mir lange überlegt, mit welchem Bild ich diesen Beruf – oder diese Ansammlung von Tätigkeiten – einfangen könnte, bis mir eine Tinguely-Maschine in den Sinn kam: Ein Motor treibt eine Vielzahl von Rädern, Riemen, Objekten und Figuren an – untermalt von Klängen oder Lichteffekten – und bildet ein unverwechselbares Ganzes.

Für dieses Berufsfeld eignen sich Menschen, die…

  • sich schriftlich gerne und gut ausdrücken: Damit ist nicht nur gemeint, die Rechtschreibung zu beherrschen oder süffig und bildhaft schreiben zu können, sondern Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten und zu vermitteln – am besten so, dass man diese gerne liest und noch mehr davon möchte. Gesucht sind also gute Geschichtenerzähler, die sich in andere hineinversetzen können.
  • konzeptionell denken können: Ein Unternehmen verfolgt Ziele, will bestehende sowie potenzielle Kunden ansprechen und mehr Umsatz generieren. Dafür ist konzeptionelle Denkarbeit gefordert: Mit welchen Massnahmen vermittle ich die Botschaft so, dass diese Ziele erreicht werden – im Rahmen des Budgets und der Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen? Und ich darf mich nicht davor scheuen,  meine Arbeit und die Resultate einer Erfolgskontrolle zu unterziehen.
  • neugierig genug sind, permanent neue Entwicklungen zu adaptieren: Die Entwicklung des Internets mit allen seinen Begleiterscheinungen ist enorm. Man muss neugierig genug sein und Freude daran haben, sich ständig auf dem Laufenden zu halten, den Spreu vom Weizen zu trennen, Fachblogs zu lesen, sich in den Social Media umzuhören und zu fragen, was für einen selber oder die Kunden sinnvoll und anwendbar ist.
  • mehrere Projekte und viele Details gleichzeitig im Auge behalten: Ich habe mir angewöhnt, eine sehr detailreiche Pendenzliste zu führen, weil ich viele grössere oder kleinere Detailarbeiten im Auge behalten muss: Einen Text redigieren, das Lektorat einfordern, Bilder auswählen und bearbeiten, der Grafikerin eine Auskunft geben, den Webdesigner briefen, beim Kunden eine Information einholen, Inhalte in eine Webseite einbauen, eine Offerte erstellen, Mails abarbeiten, Twitter für einen Kunden betreuen, Facebook für einen andern, einen Blogpost redigieren und Text sowie Bild richtig im CMS verschlagworten, Telefone abnehmen, die Fachlektüre nicht vergessen, eine Arbeit vom Kunden abnehmen lassen, die Adwords-Budgets prüfen und Anpassungen vornehmen, eine Statistik kommentieren, ein Konzept erstellen usw. – Die Liste liesse sich noch verlängern.
  • ein Netzwerk von Spezialisten um sich aufbauen: Es wäre eine eierlegende Wollmilchsau, die alle Tätigkeiten beherrscht, welche der Idealtyp eines Content Marketers erfüllen wollte. Daher ist es wichtig, sich ein Netzwerk von zuverlässigen Partnern aufzubauen, die einen beraten und ergänzen, sei es bezüglich Gestaltung, IT, Webdesign oder in einem Spezialgebiet des Onlinemarketings.
  • Kundenwünsche individuell erfüllen und die Zielgruppen wirklich kennen wollen: „Finde nicht Kunden für Deine Produkte, finde Produkte für Deine Kunden“, lautet die Maxime. Kunden haben sehr spezifische Anliegen, die erfüllt werden wollen. Man muss bereit sein, sich auf diese Wünsche einzulassen und den Mehraufwand nicht zu scheuen, den jedes neue Projekt mit sich bringt.
  • sich Suchmaschinen und Social Media zu Freunden machen: Ganz sicher kommt man nicht umhin, sich die Funktionsweisen der Suchmaschinen – oder besser gesagt – von Google und seinen Tools anzueignen: Was beinhaltet Suchmaschinenoptimierung (SEO) und wie wird sie angewendet? Und Hand in Hand damit verbunden ist die Kenntnis der Social Media mit ihren verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Eigenheiten.
  • visuellen Content wie Bilder, Grafiken und Video kreieren, bearbeiten und beschaffen können: Das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ scheint mir in diesem Zusammenhang zwar nicht ganz passend, aber es lässt sich nicht leugnen: Wir Menschen lassen uns von visuellen Inhalten wesentlich besser ansprechen. Nicht jeder ist eine Designer oder Filmemacher, aber man kann sich doch zumindest in der Bildbeschaffung und Bearbeitung etwas schlauer machen.

Ich weiss: Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn es gibt bestimmt einige Berufskollegen, die mehr Gewicht auf technische Fertigkeiten, auf gestalterische Fähigkeiten oder persönliche Seiten legen würden.

Fazit: Content Marketer ist ein vielschichtiges Berufsfeld, das sich weiter differenzieren wird und muss. Es bleibt aber bestimmt eine Tätigkeit, die viele Rädchen gleichzeitig drehen wird – wie eine Tinguely-Maschine.

 

 

Offertanfragen: Arbeiten Sie nicht für die Katz’!

Arbeiten Sie nicht für die Katze - Offertanfragen beurteilen

Der Aufwand, eine massgeschneiderte Offerte zu erstellen, ist gross, insbesondere wenn daraus kein Auftrag entsteht. Beurteilen Sie die Anfrage deshalb etwas genauer. (Foto: Markus Schudel)

 

Per Mail oder Telefon gelangt eine Offertanfrage ins Haus. Der potenzielle Kunde will von Ihnen wissen, wie teuer Ihr Produkt ist, welche Dienstleistungen Sie empfehlen oder mit welcher Idee Sie sein Problem lösen werden.  Sie freuen sich, verspüren aber gleichzeitig ein mulmiges Gefühl im Magen,  weil Ihnen viele Informationen fehlen, um diese Anfrage auch nur halbwegs seriös beantworten zu können.

Sie sind auf Kunden angewiesen, schicken dem Bittsteller eine ausführliche Offerte, beraten ihn hinläglich am Telefon oder besuchen ihn vor Ort. Sie verwenden viel Zeit und leisten Gratisarbeit. Denn Sie sind ja kundenfreundlich.  Dagegen ist nichts einzuwenden, denn kostenlose Beratung und Vorausarbeit gehören auch dazu. Bedenken Sie aber: Gerade in Marketing und Kommunikation findet die eigentliche Arbeit – Beratung, Idee, Konzeption etc. – ganz zu Beginn statt.  Wie ist das bei Ihnen?

Niemand will umsonst arbeiten

Frustrierend ist jedoch, wenn Sie wiederholt feststellen müssen, dass der Auftrag schliesslich anderweitig vergeben wurde,  dass Sie lediglich als  Lieferant für eine Vergleichsofferte oder als Ideengeber herhalten durften, oder dass es sich um einen Mitbewerber gehandelt hatte, der von Ihnen ein paar Informationen abgreifen wollte. Sie investierten Zeit, entwickelten Ideen sowie erste Projektskizzen und stehen mit leeren Händen da.

Das ist nicht ganz zu vermeiden, Sie können sich aber bis zu einem gewissen Grad vor zu vielen Leerläufen und Gratisarbeit schützen.  Ich unterteile Offertanfragen wie folgt:

A. Unseriöse Anfragen

Auffällig bei dieser Art von Anfragen via Mail sind die unvollständig angegebenen Absender- oder Firmenanschriften, die fehlenden Telefonnummern oder die etwas phantasievoll anmutenden E-Mail-Adressen ebenso wie dürftig und unklar formulierte Anliegen.

Bei den telefonischen Anfragen melden sich die Anrufer etwas undeutlich, wollen sofort den Preis für eine Dienstleistung erfahren, geben ungenügend über sich selber und ihre Firma Auskunft, wünschen aber umso mehr Informationen von Ihnen und können bei jeder Gegenfrage keine Auskunft geben oder müssen zuerst noch den „Chef fragen“.

Tipp: Löschen Sie diese Mails unbeantwortet oder beenden Sie den Anruf höflich, aber umgehend. Sie haben Besseres zu tun. Und wenn Sie antworten, bitten Sie um klare Angaben. Sie können sicher sein, dass Sie nie mehr etwas hören werden.

B. Halbseriöse Anfragen

Bei diesen Anfragen werden Kontaktadresse und Absender zwar klar deklariert und das Anliegen wird mehr oder weniger deutlich formuliert. Manchmal erhält man sogar einige PDF-Attachments und Links mit weiterführenden Informationen.  Das könnte eine wirklich ernstgemeinte Anfrage sein, denken Sie. Es beginnt mit „Sehr geehrte Damen und Herren“,  woraus Sie schliessen können, dass der Absender die Anfrage  an fünf bis zehn weitere Mitbewerber geschickt hat. Am Ende der Mail steht etwa sinngemäss: „Rufen Sie uns nur in dringenden Fällen an. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge. Bitte überraschen Sie uns.“

Bei dieser Art von Anfragen – sogenannten „Pitches“,  also Auswahlverfahren zwecks Eruierung eines Partners für die Zusammenarbeit – ist zwar ein wirkliches Bedürfnis und Interesse vorhanden, bedingt jedoch sehr viel Gratisarbeit von Ihnen, wenn Sie ernsthaft daran interessiert sind.  Häufig ist keine Entschädigung vorgesehen, obwohl man stunden- oder tagelang an einer Präsentation oder Offerte bastelt und diese möglicherweise noch vor Ort vorstellt. Im kurzen Absagemail erhält man abschliessend einen „herzlichen Dank für die Bemühungen und wertvollen Inputs“.

Nur halbseriös, finden Sie nicht auch?

Tipp: Überlegen Sie sich grundsätzlich, ob Sie an solchen Auswahlverfahren teilnehmen wollen und zu welchen Bedingungen. Wie gross ist Ihr Interesse an diesem Auftrag? Wie viel (unbezahlte) Arbeit wollen Sie investieren? Rufen Sie bei der Firma an und erkundigen Sie sich zu den Begleitumständen: Wie viele Mitbewerber wurden angefragt? Wer sind diese Mitbewerber? Ist eine Entschädigung vorgesehen? Entscheiden Sie danach. Schreiben Sie in jedem Fall eine Antwortmail. Ich skizziere darin kurz mein Vorgehen sowie die voraussichtlichen Kosten und überlasse es dem Adressaten, sich wieder zu melden.

C. Seriöse Anfragen

Diese Anfragen sind erfreulich: Der Betreffende schreibt Sie persönlich an oder wählt zuerst Ihre Telefonnummer, gibt sich klar zu erkennen, schildert sein Anliegen konkret, hört Ihnen zu und gibt auch bereitwillig Auskunft. Sie hören ein echtes Interesse an Ihrer Arbeit heraus. Oft ist man sich auch rasch über Preis und Leistung einig, zusätzliche Informationen werden umgehend geliefert oder Vorauszahlungen getätigt.

Tipp: Hier müssen Sie sich voll ins Zeug legen, denn das ist ein wirklicher Auftrag!

Auf dass Sie nicht für die Katz‘ arbeiten.

Lernen Sie, sich in 18 Sekunden überzeugend vorzustellen

Selbstpräsentation im Lift

Meistens fährt man nicht alleine im Fahrstuhl wie in diesem Paternoster-Aufzug: Die kurze Zeit der gemeinsamen Liftfahrt mit Fremden könnte genutzt werden, um sich selber vorzustellen – mit dem sognenannten Elevator Pitch. (Foto: M. Schudel)

 

Die Beklemmung steigt: Ich stehe mit einem wildfremden Menschen im Lift und drücke mich mit dem Rücken an die Wand des Fahrstuhls, um die soziale Distanz wieder herzustellen, was auf eineinhalb Quadratmetern ein Ding der Unmöglichkeit ist. Mein Gegenüber tut dasselbe. Die Lifttüren schliessen sich noch immer nicht.  Hastig drücke ich den ‚Türe zu‘-Knopf zum zweiten Mal und schaue danach betreten auf den Boden. Ich spüre den Blick auf meinem Arm als Folge meiner hastigen Gestik. Endlich. Die Türen sind zu. Die Sekundenfahrt in die Höhe beginnt. Verlegener Blick an die Decke. Wir haben erst eine Etage passiert und noch dauert die Fahrt über weitere fünf Stockwerke. Eine kleine Ewigkeit. Ich habe mich zu Boden guckend etwas eingerichtet. Die Neugier steigt: Ich schaue mir den andern Passagier flüchtig (in einer Zehntelssekunde) an. Autsch. Der andere tut genau dasselbe (…).

Kennen Sie diese Situation? Diese kurzen peinlichen Momente, die einen immer in Bedrängnis bringen?

Ein Personalberater gab mir vor Jahren den Tipp: Nutze diese Zeit, um Dich selber vorzustellen: Dich, Deine Arbeit und vor allem den Nutzen, den Du mit Deiner Tätigkeit für Dein Gegenüber erbringen kannst.  Man nennt das den Elevator Pitch, also sinngemäss übersetzt: die Selbstpräsentation während der Dauer einer Liftfahrt, was vielleicht 18 bis 30 Sekunden sein dürfte.

Selbstverständlich wird man sich kaum je einem Fremden im Lift vorstellen. Aber es gibt genügend (berufliche) Situationen, in denen man andern Menschen etwas von sich erzählen könnte, dann aber etwas verlegen herumdruckst: an einem Apéro, an einer Networking-Veranstaltung, bei einem Vorstellungs- oder anlässlich eines Kundengesprächs – bei beruflichen Zusammentreffen mit Menschen, die man nicht oder kaum kennt, und wo man nicht schon wieder übers Wetter reden will…

Elevator Pitch: sich schlicht, kurz und konkret vorstellen und den Andern involvieren

Der Elevator Pitch verläuft über vier Phasen: Einleitung, Spannungsaufbau, Spannungsauflösung und Folgeimpuls.  

In der Einleitung stelle ich mich kurz selber vor:Ich schreibe einen Blog mit Tipps zu Marketing und Kommunikation für Kleinbetriebe und unterstütze diese dabei, erfolgreich im Markt aufzutreten. Ich lebe in Basel, bin verheiratet und habe einen Sohn, mit dem ich gerne schwimmen gehe.“ –  Es sollte nicht zu gekünstelt wirken, sondern natürlich daherkommen. Überlegen Sie sich ein paar Punkte zu Ihrer beruflichen und privaten Situation, die das Gegenüber interessieren könnten.

Danach folgt Phase 2, der Spannungsaufbau: Diesen erreicht man am besten mit einer Frage: „Warum sind Sie zu diesem Anlass gekommen?“ Oder: „Woher kennen Sie xy?“ Da Sie das Eis gebrochen haben, wofür Ihnen der Andere (wahrscheinlich) dankbar ist, wird er gerne darauf antworten. Menschen streben immer nach Pride, Profit, Pleasure und Peace (Stolz oder Würde, Geld und Gewinn, Vergnügen und Unterhaltung, Friede und Freude). Berücksichtigen Sie das in dieser Phase.

Die Spannungsauflösung führt zu Ihnen zurück, in dem Sie den Fokus auf die eigenen Stärken und jene Ihrer Dienstleistung oder Ihres Produkts lenken. Dabei hilft, möglichst mit Bildern, Vergleichen und Beispielen zu argumentieren, weil diese nachhaltiger beim Andern zurückbleiben: “ Als Kommunikationsberater werde ich immer wieder angefragt, ob etwas gut formuliert ist. Neulich habe ich zusammen mit einer Kundin eine ganz unkonventionelle Art der Geschäftskorrespondenz getestet. Wir waren in der Folge beide erstaunt, dass sich daraufhin viel mehr Leute meldeten.“ Es bleibt zu hoffen, dass das Interesse des Andern geweckt ist und sich ein Gespräch daraus entwickelt.

Der Abschluss des Elevator Pitchs sollte idealerweise mit einem Folgeimpuls enden: „Ich finde es spannend, zwei verschiedene Massnahmen zu testen und festzustellen, unter welchen Bedingungen etwas mehr Erfolg haben kann. Ist das für Ihren Berufsalltag auch relevant?“

Mittlerweile dürfte die Liftfahrt bereits längst beendet sein. Sie stehen mit dem Andern in ein Gespräch verwickelt vor dem Lift und tauschen zum Schluss Ihre Visitenkärtchen aus. Das wäre der Idealfall. Spass beiseite. Aber vielleicht gelingt es Ihnen, das Eis zu brechen. Und es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Ansonsten wärs auch nicht so schlimm, denn Sie haben zumindest die Engegefühle im Fahrstuhl etwas überwunden.

Drei Voraussetzungen, um Projekte erfolgreich durchzuführen

Projektmanagement reduziert Komplexität

Projektmanagement hilft, die Übersicht zu behalten, vor allem wenn man daneben noch dem Tagesgeschäft gerecht werden muss: Drei wichtige Voraussetzungen, um Projekte erfolgreich zu realisieren, ohne dabei hängen zu bleiben. (Foto: M. Schudel)

Kennen Sie die folgende Situation?  Neben der eigentlichen Tagesarbeit stehen Projekte aller Grössenordnungen an, die ebenfalls erledigt sein wollen; und zwar besser gestern als heute: Eine andere Buchhaltungs-Software soll getestet, eine neue Webseite erstellt, ein ausgeklügelteres Kundenmanagement-System eingeführt oder ein grösserer Kundenanlass organisiert werden.

Schliesslich und endlich kommt man nicht darum herum und beginnt. Aber wie? – Mit Projektmanagement.

Zusammenarbeit von und mit Menschen

Projektmanagement. Dieses etwas hochtrabende Wort kaschiert, wo der wichtigste und schwierigste Punkt in der Projektarbeit liegt: In der Zusammenarbeit von und mit Menschen.  Da meistens verschiedene Arbeitsbereiche involviert sind, treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Vorstellungen aufeinander, die in einer festgelegten Zeit ein bestimmtes Ziel erreichen und erst noch das Daily Business daneben schaukeln sollen. Ganz zu schweigen, dass oft auch noch externe Berater und Fachleute dazustossen.

Nach einigen grösseren und kleineren Projekten bin ich überzeugt, dass folgende drei Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung eines Projekts ausschlaggebend sind:

  1. Die Chemie zwischen den Projektmitarbeitern muss stimmen. Besser man trennt sich rechtzeitig, statt sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Der Energieverschleiss ist in einem Projekt bedeutend grösser, wenn es zwischen den Beteiligten nicht klappt, als im normalen Arbeitsalltag.  Selbstverständlich muss ein gewisses Querdenkertum erlaubt sein. Mit einer einfachen Positiv-Negativ-Liste (auch Kräftefeld-Analyse genannt) gilt es zu eruieren, was, wer und warum etwas einem Projekt hinderlich oder förderlich ist. Es zahlt sich aus, hier mehr Zeit zu investieren.
  2. Die Kompetenzen und Weisungsbefugnisse eines Projektleiters müssen klar geregelt sein. Wenn man als externer Berater zu einem Projekt stösst, ist es nicht unbedingt vorgesehen, dass Mitarbeitern Weisungen erteilt werden dürfen.  Auf Goodwill zu hoffen, kann zermürbend sein und diplomatisches Geschick hilft sicher, hat aber ebenfalls seine Grenzen. Daher ist es wichtig, von der Geschäftsleitung mit einer entsprechenden Verbindlichkeit ausgestattet zu sein. Als Projektleiter müssen Sie sicher sein, dass die Geschäftsleitung hundertprozentig hinter Ihnen steht.
  3. Die Anzahl der Projektbeteiligten beschränken: Je grösser ein Projekt, desto personalintensiver wird es. Dennoch lege ich allen nah, die Anzahl Projektmitarbeiter auf ein mögliches Minimum zu beschränken. So viele wie nötig, so wenige wie möglich. Denn zu viele Köche verderben den Brei. Die Effizienz sinkt und die Resultate werden nicht besser. Bei grossen und vielschichtigen Projekten ist es empfehlenswert, einen engeren und einen weiteren Projektmitarbeiterstab zu bilden. Je nach Bedarf und Meilenstein wird das Kernteam durch weitere Mitarbeiter ergänzt.

Die Rolle des Projektleiters umfasst sehr viele Aufgaben, die aber problemlos bewältigt werden können, wenn diese drei Voraussetzungen erfüllt sind.

Auf dass Ihre Projekte nicht hängen bleiben.

 

Gedruckte Werbung trotz Internet? – JA, aber bitte so!

Im Bild wird ein Werbeprospekt dargestellt

Flyer, Prospekte, Werbebriefe erfreuen sich im Internetzeitalter wieder zunehmender Beliebtheit, da Papier etwas Glaubwürdiges vermittelt. Doch man sollte einige Punkte beachten, damit Gedrucktes den gewünschten Effekt hat. (Bild: Kundenarbeit delineo.ch)

Das papierlose Büro oder gar die papierlose Gesellschaft haben sich bisher nicht durchgesetzt. Im Gegenteil: Wir Menschen lieben es, Papier in den Händen zu halten, durchzublättern, zu kopieren, zu ordnen, zu verteilen, zu verschicken, aus dem Briefkasten zu fischen, zu horten und schliesslich schön gebündelt dem Recycling zu übergeben.

Ob da unser Jäger- und Sammlerinstinkt noch nachwirkt? – Wie dem auch sei: Auch im Internetzeitalter will der Mensch Drucksachen: Briefe, Prospekte, Flyer, Broschüren, Kataloge. Am besten bunt und  hochglänzend oder sogar noch etwas Druckerschwärze an den Fingern zurücklassend:  Haptik ist etwas Sinnliches.

Was macht gedruckte Werbung aus?

Die Statistiken belegen: Papier vermittelt Glaubwürdigkeit, denn während die Öffnungsraten eines elektronischen Newsletters zurückgehen, gewinnt gut aufgemachte Printwerbung an Boden. Aber auch hier gibt es einige Punkte zu beachten und Fragen abzuklären, damit eine Werbesendung von Erfolg gekrönt ist:

  • Richtige Zielgruppe: Spreche ich die richtigen Personen mit meiner Werbesendung an, insbesondere jene, die entscheiden, ob ein Angebot angenommen oder abgelehnt wird? Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Brief ungelesen im Altpapier landet.
  • Überraschung, Überraschung: Birgt meine Post eine tolle Idee, die die Menschen überrascht, zum Beispiel ein gutes Angebot oder eine orignelle Aufmachung? Der Evergreen bei Kindern ist sicher das Schokoladenei mit dem Überraschungsinhalt – eine unschlagbare Idee.
  • Glaubwürdigkeit: Wie überzeugend kommt mein Werbebrief daher? Sehr gut sind  Rückmeldungen von zufriedenen Kunden (Testimonials), aber selbstverständlich auch ein professioneller Gesamtauftritt: Gestaltung, Tonalität, Erscheinungsbild der anderen Marketingmittel wie Webseite und Social Media.
  • Integrierter Auftritt: Finden sich Angebote und Versprechungen des Werbebriefs auch auf meiner Webseite und in meinen Social Media wieder? Denn Sie können sicher sein: Wenn sich jemand für Ihr Angebot interessiert, wird er Sie im Internet suchen.
  • Elemente: Eine Werbesendung umfasst Kuvert, Brief und Beilage – der Fantasie sind aber (fast) keine Grenzen gesetzt, diese Elemente auszuschmücken. Über die inhaltliche Ausgestaltung von Printmedien werde ich einen separaten Blogpost verfassen.

Wie wird der Erfolg gemessen und verbessert?

Der Erfolg einer gederuckten Sendung lässt sich nach quantitativen und qualitativen Kriterien messen: Einerseits werden die Reaktionen auf den Werbebrief gezählt, also Bestellungen und Telefone. Andererseits registiert man die individuellen Rückmeldungen auf ein Mailing: Lob, Kritik etc. Den Erfolg verbessern können folgende Massnahmen:

  • Kreativität: Gute Werbung muss nicht teuer sein, jedoch immer kreativ und zielorientiert. Eine sehr gute Idee finde ich jene des Garagisten, der seinen Kunden im Herbst einen schönen Handschuh zukommen liess. Im Begleitbrief schrieb er, dass derjenige den zweiten Handschuh erhält, der sein Auto bis zu einer bestimmten Frist für den Winterreifen-Wechsel und zu einem kleinen Check anmeldet und vorbeibringt.
  • Persönliche Note verleihen: Schreiben Sie von Hand eine persönliche Bemerkung auf den Begleitbrief und den Namen des Angeschriebenen, wenn Sie diesen persönlich kennen. Und vergessen Sie den Briefumschlag nicht: In den von der Post erlaubten Zonen darf ein Kuvert beschriftet werden. Ein Brief wird viel häufiger geöffnet, wenn schon auf dem Kuvert steht, dass man etwas erhält! Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie bei der Schweizerischen Post nach, die eigens eine Abteilung  Gut zum Druck unterhält,  welche freundlich und rasch Auskunft gibt.
  • A/B-Testing: Sind Sie bereit, zwei Varianten einer Werbesendung zu testen, um festzustellen, welche Texte, Bilder und Beilagen besser bei den Leuten ankommen? Man nennt das in der Fachsprache A/B-Test.
  • Telefonisch oder schriftlich nachfassen: Scheuen Sie sich nicht vor Knochenarbeit. Der Erfolg einer Mailingaktion kann beträchtlich gesteigert werden, wenn Sie die Adressaten kurze Zeit nach dem Versand telefonisch kontaktieren und darauf ansprechen. Verschicken Sie daher nur eine kleine Anzahl und fassen Sie ein paar Tage später nach. Aber aufgepasst: Viele Leute nerven sich über Werbetelefone. Bleiben Sie daher höflich und zurückhaltend. Alternativ können Sie einen Erinnerungsbrief nachschicken.

 

SEO: Wie Sie Ihre Webseite selber optimieren

Suchmaschinenoptimierung soll die eigene Webseite sichtbarer machen

Suchmaschinenoptimierung (SEO): Bei den vielen Werbebotschaften im Internet ist es entscheidend, dass die eigene Webseite von den Suchmaschinen besser gelistet wird als jene der Mitbewerber. (Foto: Markus Schudel)

Über Suchmaschinenoptimierung (SEO – Search Enginge Optimization) wird viel geschrieben und noch mehr debattiert. Es gibt technische und inhaltliche Fragen und die Fülle an Angeboten ist überwältigend.  SEO-Spezialisten optimieren Ihre Webseite sicherlich nahezu perfekt, kosten aber auch entsprechend.

Wenn Sie nicht zu den Perfektionisten gehören, dann können Sie Ihre Webseite zu einem grossen Teil selber optmieren (sagen wir zu 80 Prozent), so dass diese in den Suchmaschinen besser aufgefunden wird. Das sind die wichtigsten Optmierungsarbeiten:

  • Schreiben Sie die Inhalte auf Ihrer Webseite für die Menschen, die Sie erreichen wollen, und nicht für die Suchmaschinen. Aktualisieren und erweitern Sie Ihren Content kontinuierlich. Überlegen Sie sich, ob ein Blog möglicherweise besser wäre (15 Gründe, warum Sie einen Unternehmensblog benötigen) . Schreiben Sie relevant und nicht zu kurz.
  • Kopieren Sie keine Texte von andern, sondern verfassen Sie Ihre eigenen Inhalte. Google registriert, wenn Texte kopiert werden und straft Ihre Webseite mit Rankingverlusten ab. Dafür wurde eigens der Panda-Algorithmus geschaffen, um Webseiten mit minderwertigen Inhalten aufzuspüren und zu ahnden.
  • Erstellen Sie bei Google einen Account für Ihr Unternehmen: Mit Google My Business haben Sie Zugang zu vielen Tools, die für Ihre Onlinearbeit wertvoll sind, beispielsweise zu Analytics, Adwords, Maps und zu Google+.  Installieren Sie Analytics auf Ihrer Webseite, damit Sie sehen, woher die Besucher auf Ihrer Webseite stammen. Danach richten Sie Ihre Marketing- und Kommunikationsmassnahmen besser aus.
  • Schlüsselbegriffe (Keywords) suchen: Bestimmen Sie die wichtigsten Keywords und Keyword-Kombinationen, nach denen Sie gefunden werden möchten und überprüfen Sie im Adwords-Konto via Keyword-Planer, wie häufig nach diesen Schlüsselbegriffen gesucht wird. Welche alternativen Begriffe eignen sich ebenfalls? Wie verhalten sich die Suchhäufigkeiten, wenn Sie ein Keyword in Verbindung mit einem regionalen Begriff verwenden (z.B.  „bäckerei basel“). Die Algorithmen der Suchmaschinen sind mittlerweile semantisch so intelligent, dass sie ähnliche Begriffe in Verbindung mit dem gewünschten Keyword erkennen können. Erstellen Sie eine Begriffswolke oder eine Keyword-Strategie mit passenden und relevanten Begriffen sowie Begriffs-Kombinationen.
  • Verwenden Sie genügend Zeit, Ihre Titel und Überschriften (H1, H2, H3) und Metadaten (Description Tag)  mit Schlüsselbegriffen zu versehen, ohne dabei zu übertreiben. Das heisst: Sie verwenden auf einer Seite ein Keyword im Titel, benutzen es danach im Text noch ein- oder zweimal und verfassen anschliessend in den Metadaten ebenfalls einen entsprechenden Kurztext.  Die SEO-URL, also die im Browser angezeigte Webadresse, muss ebenfalls leserlich und klar sein. Aber aufgepasst: Auch hier hat Google ein digitales Tierchen (Penguin-Update) losgeschickt, um die Überoptimierung von Internetseiten zu verhindern.
  • Wenn Sie Bilder verwenden, beschriften Sie diese mit einem passenden Begriff, fügen Sie eine erklärende Bildlegende hinzu und vergessen Sie nicht, das ALT-Attribut im Bildhintergrund zu setzen.  Das ALT-Attribut ist deshalb ein wichtiger SEO-Faktor, weil dem Betrachter eine passende Bildbeschreibung angegeben wird, wenn ein Bild aus irgendwelchen Gründen nicht angezeigt werden kann.
  • Responsive Webdesign: Verwenden Sie ein Content Management System wie WordPress, das sich an die Bildschirme von Desktop, Smartphone und Tablet anpasst, damit Ihre Zielgruppe die Inhalte auf jedem Gerät gut lesen kann, denn sonst klicken die Leute weg und Ihre Werbegelder versickern im Sand. Die grösste Suchmaschine der Welt hat soeben Update Phantom auf den Weg geschickt, um die Mobile-Freundlichkeit von Webseiten zu überprüfen.
  • Social Media: Ein weiterer Optimierungsfaktor  sind die Social Media. Die Beachtung und Empfehlung von Freunden und Bekannten (social Signals) sowie deren Bekanntenkreis ist die digitale Form der Mund-zu-Mund-Propaganda. Es ist empfehlenswert, sich für zwei bis dei soziale Medien zu entscheiden und diese aktiv sowie relevant zu unterhalten.
  • Gegenlinks (Backlinks) sind Verweise von andern Webseiten auf Ihre eigene Webseite und vice versa. Diese Technik ist stark umstritten. Es ist ratsam, solche Backlinks nur sehr gezielt aufzubauen und auf die Relevanz der Inhalte für die eigene Seite zu achten. Auf alle Fälle sollte man keine Links kaufen.

Und es gilt auch hier: Suchmaschinenoptimierung enfaltet nur dann ihre Wirkung optimal, wenn sie Teil eines Gesamtauftritts ist, der alle Marketing- und Kommunikationsmassnahmen berücksichtigt und integriert.

 

Marketingplan: Sich mit wenigen Fragen Klarheit verschaffen

Klarsicht dank gezielter Fragen

Ein Marketingplan soll auf einige gezielte Fragen klare und verbindliche Antworten geben, die den Weg zum Ziel aufzeigen. (Bild: Markus Schudel)

Sie wollen eine Idee realisieren, möchten auf ein Projekt hinweisen oder eine Dienstleistung verkaufen. Es fällt Ihnen schwer, die vielen Gedanken zu ordnen, die Ihnen durch den Kopf schwirren. Vor lauter Detailfragen laufen Sie Gefahr, die Prioritäten falsch zu setzen.

In dem Sie sich Antworten auf die folgenden Fragen geben, bringen Sie bereits einige Klarheit in die Fülle der Gedanken:

  1. Welche Ziele haben Sie?  Was wollen Sie erreichen und zu welcher Handlung soll jemand bewegt werden: ein Produkt kaufen, eine Webseite besuchen, eine Telefonnummer wählen oder bei Ihrer Idee mitwirken?
  2. Was genau bieten Sie an? Notieren Sie, was Ihr Angebot umfasst und welche Nische Sie damit ausfüllen wollen.
  3. Welche Vorteile bieten Sie? Welches sind die Vorteile, die Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung oder Ihre Idee bietet – gerade auch im Vergleich zu Mitbewerbern? Warum soll jemand dafür bezahlen, sich dafür interessieren oder dabei mitwirken?
  4. Welchen Nutzen hat der Kunde davon? Versetzen Sie sich in den Käufer oder in die Zielperson hinein und fragen Sie sich, ob der Nutzen Ihres Angebots für diese grösser ist als der Preis, der dafür bezahlt werden muss?
  5. Wen wollen Sie erreichen?  Wer genau sind eigentlich die Menschen, die Sie ansprechen? Welche Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen (pain points) hat Ihre Zielgruppe? Stellen Sie sich ganz konkret ein paar potenzielle Abnehmer vor.
  6. Wie erreichen Sie Ihre Zielgruppe? Mit welchen Marketing- und Kommunikationsmitteln wollen Sie diese Menschen erreichen? Wie informieren Sie mit den einzelnen Tools, die Sie einsetzen?
  7. Wieviel darfs denn kosten? Wie gross ist Ihr Budget, um diese Ziele zu erreichen und die Massnahmen umzusetzen? Dabei ist nicht nur die finanzielle Seite gemeint, sondern auch der Zeitaufwand für Ihr persönliches Engagement.

Zum Beispiel ein eigenes Geschäft lancieren

Ein IT-Fachmann macht sich selbständig und bietet Computerkurse an. Er  beantwortet sich die oben aufgeführten Fragen wie folgt:

  1. Ziel:  Die Zielgruppe soll sich über meine Webseite für die Computerkurse anmelden. Im ersten Jahr möchte ich eine Kursauslastung von 70 bis 80 Prozent erreichen.
  2. Angebot: Mein Angebot umfasst IT-Wissen, das für Selbständigerwerbende und Inhaber von Kleinbetrieben wichtig ist, damit diese ihre Arbeit möglichst reibungsfrei ausführen können. Das beinhaltet zum Beispiel die Programme xyz, Wartungsarbeiten, Sicherheitsaspekte, Backups etc.
  3. Vorteile: Dank meiner langjährigen IT-Erfahrung mit Kleinbetrieben kann ich sehr zielgerichtete Schulungen anbieten und auf individuelle Wünsche eingehen.  Meine IT-Kurse sollen erste Wahl für individuelle Computerschulungen von Selbständigerwerbenden in der Region sein. Ich verfüge stets über die modernste Inftrastruktur und halte mich fachlich auf dem Laufenden.
  4. Nutzen:  Die Zielgruppe erhält genau das Know-how, das sie für ihre Arbeit benötigt, denn ich weiss, wo der Schuh drückt. Dafür gebe ich eine Erfolgsgarantie ab. Andernfalls erstatte ich dem Kunden das Geld zurück. Ich biete meine Kurse an erstklassigen, gut erreichbaren Standorten oder direkt beim Kunden an.  Der Kunde ist nach meinen Kursen auf dem aktuellsten Stand, was die IT von Kleinbetrieben betrifft.
  5. Zielgruppen: Ich biete meine Computerkurse ausschliesslich Selbständigerwerbenden und Geschäftsleuten von Kleinbetrieben in der Region an. Ich verzichte bewusst auf Schüler und Angestellte etc.
  6. Marketing- und Kommunikationsmittel: Um meine Ziele zu realisieren und die Kunden anzusprechen, setze ich folgende Tools ein: Webseite, persönlich adressierte Emails und Werbebriefe, Social Media-Engagement auf Xing und Facebook, Broschüre mit Preis-Einlageblatt, Beiträge in Fachblogs für KMU, Kleinanzeigen im Lokalblatt, kostenlose Probeseminare, Medienarbeit bei TV, Radio und Presse.
  7. Kosten: Ich setze zehn Prozent meines budgetierten Umsatzes ein und verwende täglich zwei Stunden für Marketing und Kommunikation, wobei ich gewisse Arbeiten auch outsource.

 

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